Die Ahauser Stadtchronik berichtete im Jahre 1819:
Ein Tabacks=Fabrikant aus Amsterdam namens Hermann Oldenkott mietete in diesem Jahre das hiesige Schloss und legte in den Nebengebäuden derselben eine bedeutende Tabacks-Fabrik an, wozu er die nötigen Arbeiter teils aus Holland mitbrachte und teils aus den hiesigen Einwohnern nahm.
Der günstige Absatzmarkt für "fabrizierten Tabak" im Münsterland und Zollschwierigkeiten veranlassten die Gründung der Zweigniederlassung Herms Oldenkott & Söhne zu Ahaus.
Im Jahre 1829 erwarb Herman Oldenkott dann die Schlossinsel von den Fürsten Salm-Kyrburg.
Während des Ersten Weltkrieges erlitt die gute wirtschaftliche Lage erste Einbußen. Die englische Seeblockade verhinderte schließlich die Einfuhr guter Überseetabake.
1919 feierte die Firma in Ahaus ihr 100jähriges Bestehen. Bald darauf zwangen die anhaltenden Absatzschwierigkeiten und die aufkommende Wirtschaftskrise zu Entlassungen und zu Umstrukturierungen. 1929 fusionierten die drei in Deutschland ansässigen Oldenkottschen Fabriken und wurden in Rees am Niederrhein konzentriert. Im Ahauser Schloss war nun kein Industriebetrieb mehr. Das Schloss blieb jedoch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges unverändert im Besitz der Familie Oldenkott und wurde weiterhin als Wohnung genutzt.