erinnern seit 2005 an verschiedenen Stellen in der Ahauser Innenstadt an Ahauser Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens, die verfolgt, entrechtet, vertrieben oder ermordet wurden. Die Stolpersteine sind ein von dem Künstler Gunter Demnig aus Köln initiiertes politisches Kunstwerk. 1995 verlegte er die ersten Stolpersteine in seiner Heimatstadt, heute sind es bereits viele Tausend Steine, die in die Pflasterung vor den Häusern und Wohnungen der Holocaustopfer verlegt sind. In die Messingplatten sind die wichtigsten Lebensdaten eingraviert: Hier lebte... deportiert...ermordet....
Bislang wurden in Ahaus für folgende jüdische Opfer Stolpersteine verlegt:
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Wie überall in Deutschland ist durch den Holocaust die Geschichte jüdischen Lebens in Ahaus unterbrochen. Die Synagoge fiel in der Pogromnacht 1938 einem Brandanschlag zum Opfer, die seit langem in Ahaus lebenden Juden wurden in die KZ abtransportiert. Nur wenige konnten vorher fliehen, nur einzelne sind den Vernichtungslager entkommen. Mit ihnen ist die Überlieferung über ihre Geschichte in Ahaus verlorengegangen, so daß jüdisches Leben nur noch lückenhaft nachzuvollziehen ist.
Die Nachrichten über Juden in Ahaus sind für das Mittelalter und die beginnende Neuzeit gering. Erstmals wird ein Jude nachweisbar, der in einem Brief vom 14. April 1555 an Fürstbischof Wilhelm von Ketteler für Ahaus erwähnt wird. Auch in den folgenden Jahrzehnten werden einzelne Juden genannt, doch sind dies wohl immer nur einzelne Personen, die sich in Ahaus aufhalten. Erst nach dem Jahr 1678, in dem ein Jude namens Benediktus in Ahaus nachzuweisen ist, gibt es eine ungebrochene Reihe jüdischen Lebens in der Stadt bis zur nationalsozialistischen Vertreibung. Ausführliche Nachrichten stammen aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit wird die Verwaltung in den Regierungsbezirken neu geregelt. Auch die jüdischen Gemeinden gehören dazu. Doch ihre Zahl ist noch so klein, daß sich jüdische Bürger mehrerer Ortschaften zu einem gemeinsamen Vorstand der Judenschaft im Fürstentum Salm zusammenschließen. In dieser Zeit leben fünf jüdische Familien in der Stadt und es scheint auch schon eine erste Synagoge am Domhof gegeben zu haben. Diese wurde – wie fast die ganze Stadt – beim Stadtbrand von 1863 zerstört. Der Neubau an der Marktstraße existierte bis zur Pogromnacht 1938.
Die nationalsozialistische Machtergreifung zeigte schon bald Folgen für die Ahauser Juden. 1934 kam es zu einem ersten Attentat durch vier Jugendliche auf die Synagoge. Schaden entstand durch einen selbstgebauten Sprengsatz im Innern des Gebetshauses, Menschen wurden nicht verletzt. Das Leben wurde für die Juden immer schwieriger. Die schrittweise Entrechtung und die systematische Verunglimpfung der Juden führte auch in Ahaus zur Zerstörung der Synagoge und privater jüdischer Wohnungen in der Pogromnacht vom 9. November 1938. Einige Familien verließen über die Niederlande Europa, doch die meisten sahen noch nicht die große Gefahr, in der sie schwebten, oder hatten keine Möglichkeiten zu fliehen. Im Dezember 1941 erfolgten die ersten Deportationen aus dem Kreis Ahaus. Von den 52 Personen jüdischen Glaubens, die 1933 in Ahaus lebten, war 1942 niemand mehr in der Stadt.
Durch die nationalsozialistische Verfolgung wurden folgende Ahauser Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens entrechtet, vertrieben und ermordet: Mehr...